Am Donnerstag, dem 25. März 2010, 19:00 Uhr
Seit den 90er Jahren definiert die japanische Regierung eine neue Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) Während Japan bis Ende der 80er Jahre international vor allem humanitäre Aktionen mit Geld, Material und Personal unterstützte, gehören bereits seit Anfang der 90er Jahre auch militärische Operationen zur neuen ASP. Grund ist das Streben Japans, sich auch als „global player“ zu behaupten und sich den entsprechenden Einfluss über die Grenzen Asiens hinaus zu sichern.Zu innenpolitischen Kontroversen führten die jüngsten Einsätze und der Kampf der JSDF gegen den Terrorismus, wie auch Verfassungsartikel 9, der paradoxerweise die Existenz von Streitkräften negiert. Befürworter der neuen ASP fordern daher eine Änderung des Artikels.Heute ist das bisherige Schattendasein der JSDF innerhalb der japanischen Gesellschaft wohl beendet, zumal sich die Truppen seit der letzten Wirtschaftskrise eines Zulaufs an Arbeitsuchenden erfreuen. Auch das Bild in der Öffentlichkeit scheint sich zu wandeln. Der Vortrag wird (in Wort, Bild und Ton) kurz in die Geschichte der JSDF einführen, deren Aufgaben hervorheben und die daraus resultierenden kontroversen Punkte thematisieren.
Referent: Marko Matijević M.A. der Politologie (Nebenfach Japanologie) u. Kapitänleutnant der Reserve der deutschen Marine. Nach den Auslandseinsätzen IFOR u. SFOR zuletzt landeskundlicher Berater der Bundeswehr im Kosovo (2006). Schwerpunkte: das ehem. Jugoslawien, der Balkan, Außen-u. Sicherheitspolitik, Konfliktforschung; seit 2004 Arbeit an dem Thema JSDF.
Ort des Vortrags:
Saalbau Bürgerhaus Dornbusch, 1. Stock, Raum 3,
Eschersheimer Landstraße 248, 60320 Frankfurt am Main; U-Bahn: U1,2,3 Station Dornbusch
Eintritt frei.